Rabatte und Zuschläge in XRechnung: ein vollständiges Beispiel

Ein Nachlass kann den Einzelpreis, eine Rechnungsposition oder die gesamte Rechnung betreffen. An diesem Zahlenbeispiel sehen Sie, welche Beträge in welche Business Terms gehören und warum Skonto getrennt bleibt.

Fachlich geprüft am . Beispiele und Vereinbarungen sind fiktiv.

Den Nachlass dort angeben, wo er wirkt

Preis, Position und Dokument unterscheiden
EbeneBusiness TermsWirkung
ArtikelpreisBT-148 − BT-147 = BT-146Der Preis vor Nachlass wird zum Nettopreis nach Nachlass. Beide Preise sind ohne Umsatzsteuer.
RechnungspositionBT-136 Nachlass, BT-141 ZuschlagMindert oder erhöht den Betrag einer Position nach der Mengenberechnung.
Gesamte RechnungBT-92 Nachlass, BT-99 ZuschlagMindert oder erhöht die Summe der Positionsbeträge; eigene Steuerzuordnung erforderlich.

Ein bereits im Nettopreis berücksichtigter Preisnachlass darf nicht zusätzlich als Positionsnachlass abgezogen werden. Ebenso gehört ein Positionsnachlass nicht nochmals in die Summe der Dokumentnachlässe.

BT-148 heißt im fachlichen Modell „Item gross price“. Gemeint ist der Preis vor Preisnachlass, ohne Umsatzsteuer. Ein Bruttopreis einschließlich Umsatzsteuer aus einem Shop ist deshalb nicht ohne Umrechnung derselbe Wert.

Von 100,00 Euro Einzelpreis zu 999,60 Euro Zahlbetrag

Wir rechnen zehn Stück eines Musterartikels ab. Alle Preise, Nachlässe und Zuschläge in der folgenden Rechnung sind zunächst ohne Umsatzsteuer. Die Preisbasismenge ist ein Stück; die gesamte Rechnung wird in EUR mit Kategorie S und 19 % Umsatzsteuer berechnet.

Durchgerechneter Rabattfall in EUR
SchrittRechnungErgebnisFeld
Einzelpreis vor PreisnachlassVereinbarter Ausgangspreis100,00BT-148
Preisnachlass je StückAbzug vom Ausgangspreis10,00BT-147
Nettopreis je Stück100,00 − 10,0090,00BT-146
Menge und Preisbasismenge10 Stück / 1 Stück10BT-129 / BT-149
Positionsbetrag vor Positionsnachlass10 × 90,00 / 1900,00Zwischenschritt, kein zusätzliches Summenfeld
PositionsnachlassVereinbarter Betrag50,00BT-136
Positionssumme900,00 − 50,00850,00BT-131
DokumentnachlassVereinbarter Rechnungsrabatt20,00BT-92
DokumentzuschlagFracht10,00BT-99
Gesamtbetrag ohne Umsatzsteuer850,00 − 20,00 + 10,00840,00BT-109
Umsatzsteuer840,00 × 19 %159,60BT-117 / BT-110
Gesamt- und Zahlbetrag840,00 + 159,60; keine Vorauszahlung oder Rundung999,60BT-112 / BT-115

Die Summe aller Positionsbeträge BT-106 beträgt hier 850,00 Euro, weil die Rechnung nur eine Position hat. Die Summe der Dokumentnachlässe BT-107 beträgt 20,00 Euro, nicht 170,00 Euro: Preis- und Positionsnachlass sind bereits im Positionsbetrag enthalten. BT-108 beträgt 10,00 Euro.

Ein Positionszuschlag ist in diesem vollständigen Fall nicht enthalten. Würden zusätzlich 5,00 Euro auf Positionsebene vereinbart, erhöhte sich BT-131 auf 855,00 Euro; Nettosumme, Steuer und Zahlbetrag müssten anschließend neu berechnet werden.

Die Berechnung in UBL und CII nachvollziehen

In UBL liegen Preisnachlässe unter Price/AllowanceCharge, Positionsnachlässe unter InvoiceLine/AllowanceCharge und Dokumentnachlässe direkt unter Invoice/AllowanceCharge. ChargeIndicator ist bei einem Nachlass false, bei einem Zuschlag true.

Kommentierter Ausschnitt aus InvoiceLine/Price, keine vollständige Rechnung:

<cac:Price>
  <!-- BT-146: Nettopreis nach Preisnachlass, ohne Umsatzsteuer -->
  <cbc:PriceAmount currencyID="EUR">90.00</cbc:PriceAmount>
  <cbc:BaseQuantity unitCode="C62">1</cbc:BaseQuantity>
  <cac:AllowanceCharge>
    <cbc:ChargeIndicator>false</cbc:ChargeIndicator>
    <!-- BT-147: Nachlass je Preisbasismenge -->
    <cbc:Amount currencyID="EUR">10.00</cbc:Amount>
    <!-- BT-148: Preis vor Nachlass, ebenfalls ohne Umsatzsteuer -->
    <cbc:BaseAmount currencyID="EUR">100.00</cbc:BaseAmount>
  </cac:AllowanceCharge>
</cac:Price>

In CII steht der Ausgangspreis in GrossPriceProductTradePrice/ChargeAmount, der Preisnachlass in dessen AppliedTradeAllowanceCharge und der Nettopreis in NetPriceProductTradePrice/ChargeAmount. Positions- und Dokumentnachlässe liegen unter den jeweiligen SpecifiedTradeAllowanceCharge-Gruppen. Die Downloads zeigen die vollständigen Zusammenhänge.

Vollständige Referenzrechnungen und Originalprüfberichte

Profil XRechnung 3.0, Bundle 3.0.2, KoSIT Validator 1.6.3, Konfiguration 2026-08-31. Tatsächlicher Prüflauf: .

UBL 2.1: ACCEPTABLE · 0 Fehlermeldungen oder Warnungen

CII D16B: ACCEPTABLE · 0 Fehlermeldungen oder Warnungen

Die Prüfung umfasst XML-Schema und Geschäftsregeln des genannten Profils. Sie bestätigt weder die Vergabe einer GLN/GTIN noch die Erreichbarkeit eines Endpunkts oder die Freigabe durch einen bestimmten Empfänger. Nicht zur Zahlung oder zum Versand bestimmt.

Die selbst erstellten XML-Beispiele dürfen Sie kostenlos kopieren, anpassen und in Dokumentationen verwenden. Ein Link auf diese Erläuterung hilft anderen beim Nachvollziehen. Prüfberichte gelten nur für die unveränderten Dateien; die enthaltenen Regeltexte stammen aus dem jeweiligen Validator.

Skonto und unterschiedliche Steuergruppen getrennt behandeln

Skonto ist ein bedingter Zahlungsabzug, beispielsweise bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen. Er ist nicht automatisch ein bereits feststehender Rechnungsrabatt. Das hier veröffentlichte Rabattbeispiel enthält kein Skonto und behält den Zahlbetrag von 999,60 Euro. Eine separate, geprüfte Skonto-Rechnung mit XRechnung-Zahlungsbedingungen finden Sie unter Skonto in XRechnung und ZUGFeRD.

Bei mehreren Steuersätzen müssen Dokumentnachlässe und Zuschläge den jeweiligen Steuergruppen zugeordnet werden. Ein Nachlass für Waren mit 7 % und 19 % kann nicht pauschal ausschließlich der 19-%-Gruppe zugeschlagen werden. Die Berechnung und Aufteilung muss der tatsächlichen Vereinbarung entsprechen. Mehr dazu: E-Rechnung mit mehreren Steuersätzen.

Reverse Charge ist keine Standardbesteuerung mit einem ergänzten Freitext. Kategorie AE, Steuerbetrag null und passender Grund gehören zusammen. Kategorie S darf keinen Befreiungsgrund enthalten. Das bestehende Reverse-Charge-Beispiel behandelt diesen Fall gesondert.

BT-110 und BT-111 bezeichnen dagegen unterschiedliche Währungen des Gesamtsteuerbetrags, nicht unterschiedliche Steuergruppen. BT-111 wird nur im Zusammenhang mit einer abweichenden Umsatzsteuer-Abrechnungswährung verwendet.

Ihre Rechnung prüfen oder den Ablauf abstimmen

Prüfen Sie eine vorhandene Rechnung vor dem Versand. Für wiederkehrende Kundenvorgaben können Sie eine Enterprise-Anfrage stellen und auf Ihre ausgefüllte Anforderungsliste Bezug nehmen.

Die Referenzdateien beschreiben den Standard. Nicht jeder darin enthaltene Sonderfall lässt sich in jedem Rechnex-Werkzeug eingeben oder vollständig anzeigen. Ob Ihr Ablauf unterstützt wird, prüfen Sie anhand Ihrer konkreten Anforderungen.

Quellen und Prüfstand

Die offiziellen Definitionen und vollständigen XML-Pfade finden Sie im Feldführer. Zusätzliche Empfängervereinbarungen gelten nur für den jeweils abgestimmten Ablauf.

Rechnungsangaben in der Praxis

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